Nordsee vs. Ostsee - Teil Eins: Die Nordsee

So, hier ist er nun (etwas verspätet): ein weiterer Reiseempfehlungsartikel, in zwei Teilen. Nicht nur knallhart recherchiert, sondern auch erbarmunglos fies geschrieben (wie immer hier).

Vorausschauend soll noch erwähnt sein, dass ich in meinem Nordsee-Urlaub viel mehr unternommen habe, als in dem an der Ostsee, aber das soll hier niemanden stören, denn an der Ostsee war ich dafür schon zwei mal (Gibt beim ersten Lesen keinen Sinn? Ich wette, beim zweiten wird's nicht besser.).

Spiekeroog Spiekeroog Spiekeroog Spiekeroog

Zu den Fahrtkosten kann ich nicht viel sagen, da ich beide Male (bzw. die drei Mal) mit dem Auto angereist bin. Sollte das nicht in eurem Sinne sein, schaut doch einfach mal bei der Deutschen Bahn rein. Und bitte meckert nicht, denn ich kann mich ja nicht um alles kümmern.

Wollt ihr auch mal eure Ruhe haben, empfehle ich das Hotel Seeblick in Salem und das Nordsee Hotel Wilhelmshaven. Sind zwar nicht unbedingt Sparpreise, aber es handelt sich um zwei wirklich schöne, gemütliche Hotels. Das Essen (sehr, sehr wichtig) ist in beiden einfach deliziös.
Zusätzlich ist der Ausblick sozusagen unbezahlbar, da man im Nordsee Hotel Aussicht auf den Ölhafen hat (fast jeden Tag ein neuer großer Tanker) und im Salemer Hotel hat man freien Blick auf einen (Überraschung!) See, ist also sehr idyllisch.

Unternehmen kann man, egal für welche See man sich nun entscheidet, viel, allerdings ist nicht unbedingt alles wirklich empfehlenswert (wobei ihr euch bitte euer eigenes Bild machen sollt und meine Meinung nicht zwingend beachten müsst).
Wie schon geschrieben, habe ich in WHV mehr unternommen (außerdem ist der Urlaub am kürzesten her), deshalb fange ich damit auch an, in der Hoffnung, dass euch dann die Lust an mehr vergeht (Wenn das nicht jetzt schon passiert ist, sorry, dass ich nicht auf Malle war und stattdessen eher "oute" Urlaube gemacht habe).

Als Freundin eines Zivis zog es nicht nur mich, sondern auch meine Eltern und den Zivi selbst, natürlich in das Deutsche Marinemuseum. Zunächst war ich zwar noch skeptisch, aber wir ließen das innenliegende Museum einfach weg und konzentrierten uns auf die äußerst spannende Außenanlage. Hier gibt es nämlich die Möglichkeit, in ein UBoot zu klettern und ich kann nur sagen, es ist eng, klein und es stinkt und dennoch ist es eine Erfahrung wert. Aber das war ja noch lange nicht alles, denn zusätzlich hat man die Okkasion das Minenjagdboot ex WEILHEIM und den Marinejagdbomber F104G zu besichtigen. Und zwar so ziemlich komplett. Auch für die unter uns, die weniger begeistert von Schiffen sind (so wie ich), kann dies durchaus interessant werden. Der Eintritt liegt bei einer vierköpfigen Familie bei 20 Euro.

Wilhelmshaven, Marinemuseum Wilhelmshaven, Marinemuseum Wilhelmshaven, Marinemuseum Wilhelmshaven, Marinemuseum

Gegenüber vom Marinemuseum liegt das Wattenmeerhaus. Hörte sich, meiner Meinung nach, interessanter an als es ist. Dieses Haus scheint eher etwas für Kinder zu sein, da sie hier, im Gegensatz zu uns älteren Persönchen, tatsächlich viel entdecken können. Man scheint sich zwar viele Gedanken gemacht zu haben, aber es ist irgendwie einfach fatigant. Erinnerte mich zu sehr an die ach so verhassten Schulausflüge in Museen. Bezahlt haben wir glaube ich so um die 6 Euro und das war einfach zu viel, dafür, dass ich das selbe auch in der Natur umsonst und um einiges schöner haben kann (wenn auch ohne Erklärung).

Viel Trubel wird in Wilhelmshaven um das "Oceanis" gemacht. Leider vollkommen unbegründet, aber ich will nicht zu viel verraten. Ich wusste auch nicht, worum es geht und das hat das ganze (zumindest im Fahrstuhl) spannend gemacht. Wenn jemand von euch da war, wäre es sehr nett, wenn er/sie mir erklären könnte, wieso ich zurückfliegen muss, wenn ich auf dem Hinweg zu Unterwasserstation nur mit einem Aufzug gefahren bin. Ich scheine zu dumm oder zu schlau zu sein, das kann man so sehen, wie man will. Der Eintritt hat mich, ermäßigt, da Schülerin, 6,90 Euro gekostet. Müsst ihr selbst entscheiden, ob das zu viel ist, wenn ihr drin wart.

Wenn ihr schon mal in WHV seid, ist Papenburg nicht weit weg. Also ab ins Auto und hin, dauert auch nur anderthalb Stunden. Was ihr dann da machen sollt? Die Stadt angucken und vor allem die Meyer Werft besichtigen. Es wird eine Führung angeboten, bei der man mit dem Bus zur Werft gefahren wird und dort dann alles erklärt bekommt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich um zwei sehr sympathische Gruppenführer handelt (leider weiß ich nur noch, dass der Busfahrer Hansi hieß, sonst würde ich sie hier mal namentlich erwähnen). Ist jedenfalls sehr beeindruckend mal die riesigen Luxusdampfer zu bestaunen und ist mit 6,50 Euro auf jeden Fall günstiger als ne Kreuzfahrt (haha).

Schon wieder Schiffe muss nicht sein? Tja, ihr könnt euch auch ins Auto schwingen und nach Jever fahren. Dort gibt es ein stinklangweiliges Schlossmuseum, das es mir noch nichteinmal wert ist, mehr darüber zu schreiben. Nur soviel sei gesagt: das Wort "stinklangweilig" habe ich mit Bedacht gewählt.

Meyer-Werft in Papenburg Meyer-Werft in Papenburg Meyer-Werft in Papenburg Wilhelmshaven, Aquarium

Absolut sehenswert ist allerdings das Aquarium in WHV. Es liegt direkt am Strand und beherbergt neben Robben, Haien, Pinguinen und anderen betörenden Meeresbewohnern auch Affen, Spinnen und einen absolut genialen Vogel, der jeden Besucher mit den Worten "Moin Moin" begrüßt. Ein wirklich geselliges Tierchen, das sogar mit einem lacht.
Absolut malerisch ist die Aussicht, die man von der Brücke des Robbengeheges aus genießen kann, also ruhig mal den Blick von den Robben abwenden. Vorsicht sei nur bei der Drehtür geboten.
Das ganze kostet zwar 8 Euro, aber die waren zur Abwechslung mal gut angelegt.

Besonders ans Herz legen möchte ich euch einen Tagesausflug auf die kleine Insel Spiekeroog (wird auch für jede andere Insel, wie z.B. Juist, angeboten). Weniger als ein Tagesausflug ist nicht drin, da die Fähre nur alle paar Stunden fährt. Zuerst hab ich mich zwar gefragt, wie ich die sechs Stunden auf der Insel überleben soll, aber nach einem ausgiebigen Minigolfturnier und ein paar schönen Stunden am Strand, war es gar nicht mehr so schlimm. Irgendwie hat mich das ganze zwar sehr an eine Spielzeugstadt erinnert und ich war auch ein wenig beängstigt von der Insel, auf der Fasan und Mensch noch im Einklang miteinander Leben, doch im Großen und Ganzen war es einfach ein schöner Tag.

So, das war's für heute. Der zweite Teil folgt dann in den nächsten Tagen.
Es tut mir wirklich leid, dass der erste Teil schon so lang geworden ist, aber es gibt einfach so viel zu schreiben.
Übrigens habe ich vor schon (fast) vergessene Worte wieder publik zu machen, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt. Es handelt sich folglich um keine selbsterfundenen Worte.

(weitere Bilder gibt's in diesem flickr-Set von Eay)
posted by Limpi @ 27.10.05 with 2 comments

Ein kleines Lebenszeichen

Hach ja, mir kommt mein eigenes Blog schon fast fremd vor. Aber was soll ich tun? Gerade aus dem Urlaub zurück, montags bis 18:00 in der Schule und dann auch noch drei Klausuren in dieser Woche. Da bleibt kaum Zeit für Spätz-o-lottel.

Aber bald ist Wochenende und ihr könnt euch auf meinen Bericht "Nordsee vs. Ostsee" freuen.

Außerdem sollte sich jeder, der die Möglichkeit hat, Karten für eines der Bloodhound Gang Konzerte kaufen (am besten hier: Kartenhaus.de)! Waren bei mir aber nur zweite Wahl, da das Tokio Hotel Konzert schon ausverkauft war ;-)

Kleine Randnotizen: Die Wohlstandskinder haben sich aufgelöst und Captain Jack liegt laut AOL im Koma. Ich wünsche jedenfalls gute Besserung und was die W$K betrifft hoffe ich für mich und meinen Freund noch Karten für ihr letztes Konzert in Köln an der Abendkasse zu ergattern.
posted by Limpi @ 20.10.05 with 5 comments

Aller guten Dinge sind zwei!?

Nein, ich habe (leider) kein Geld zuviel, aber ja, es ist wahr, ich fahre schon wieder weg. Diesmal freue ich mich allerdings schon seit Wochen drauf, da ich mit meinem Freund und meinen Eltern verreise.

Leider heißt das, dass auf Spätz-o-lottel wieder eine Woche tote Hose herrscht, da ich mir, im Gegensatz zu meinem Liebsten, keinen Gastblogger leisten kann.

Wenn ich wieder da bin, habe ich aber bestimmt ein paar Empfehlungen für Neugierige parat. Wo es eigentlich hingeht? In den Norden Deutschlands, mehr verrate ich (noch) nicht.

Übrigens ist das gerade mein erster Post mit dem iBook meines Freundes, aber mit Sicherheit nicht der Letzte;-)

Also dann, bis nächsten Sonntag.
posted by Limpi @ 8.10.05 with 1 comments

Von Oscar Wilde und dem Tod

Wie in meinem letzten Post schon angekündigt, habe ich noch ein paar Tipps für die Berlinerkunder unter euch.

Schon am ersten Abend verspürten einige von uns eine ungeheure Lust auf Kino und welches bietet sich da besser an, als das IMax Kino im sagenhaften Sony Center!? Richtig: keins. Schade war, dass die Handlung des Films (Space Station 3D)etwas zu wünschen übrig ließ, also sollte man sich vielleicht besser einen Film wie "Haie" oder "Haunted Castle" ansehen. Aber garantieren kann ich natürlich für nichts. Durch die elektronischen Brillen sieht man zwar in etwa so aus, wie Puk die Stubenfliege und ich habe erst gegen Ende des Films herausgefunden, wie sie optimal sitzt, aber es ist schon ein anderes Erlebnis als mit gewöhnlichen Papp-3D-Brillen. Man hat eben nur nachher einen schmerzenden Kopf, aber mein Gott, ein bisschen Schwund ist immer.

Sollte euer Berlinbesuch noch vor dem 22. Oktober stattfinden, solltet ihr euch überlegen noch einmal den Palast der Republik zu besuchen, in dem momentan die Ausstellung "Fraktale IV" besichtigt werden kann. 25 Werke zum Phänomen Tod sind dort ausgestellt. Einige regen tatsächlich zum nachdenken an, bei anderen kam ich mir jedoch eher dumm vor, da ich ihren Sinn nicht entdecken konnte. Meiner Meinung nach solte die Ausstellung zumindest erst ab 16, wenn nicht sogar ab 18 Jahren sein, da einige Darstellungen für Jüngere vielleicht doch etwas zu krass sein könnten. Der Eintritt beträgt 5 Euronen, ist also nicht unbedingt ein Spottpreis, aber wenn man sich mal mit dem Tod auseinandersetzen will, ist diese Ausstellung genau das Richtige.

Die kniestigeren unter euch sollten über einen Besuch bei der Gedenkstätte Hohenschönhausen (ehemaliges Stasi-Gefängnis) nachdenken, denn dat is für ümmesüns und auch noch sehr interessant. Wir wurden von einem ehemaligen Inhaftierten durch das Gefängnis geführt, was uns natürlich die Möglichkeit gab mal eine ganz andere Sicht der Dinge kennen zu lernen. Der Mann schien mir zwar am falschen Ort zu sein (Frauenwitze, Fahne, etc.), aber dennoch hat er es geschafft die lange Führung nicht langweilig werden zu lassen. Ach ja, ganz wichtig: bringt viel Zeit mit, wir hatten gerade mal 1 1/2 Stunden eingeplant und mussten schnell feststellen, dass diese weit überschritten werden.

Um den misslungenen Theaterbesuch in der Volksbühne (Krieg im Sertao)zu kompensieren führte uns der nächste Besuch in das Maxim Gorki Theater. Für 7 Euro schauten wir uns in einer tollen Atmosphäre das Stück "Oscar Wilde - Ein Rausch" an. Ist ein wenig anspruchsvoller, aber auch humorvoll gemacht (das Stück über den Mann, der jüngere Männlein so anziehend fand ist mit der Musik von Michael Jackson unterlegt).

Absolut sehenswert sind der neue Palais und der Park des Schlosses Sanssouci in Potsdam. Eine Führung kostet gerade mal 5 Euro wobei man natürlich nicht alle Zimmer des Palastes zu sehen bekommt, aber ich denke, man hat die schönsten Räume ausgewählt. Ein toller Spaß sind die lustigen Riesenpantoffeln, die jeder Besucher anziehen muss. Es ist und bleibt wohl ein unlösbares Rätsel, wie man sich damit vernünftig (und nicht schluffend) fortbewegen soll.

Nicht so überzeugend fand ich die Ausstellung "Story of Berlin". Vielleicht hätte man uns auch Aufgaben geben sollen, denn die Kinder, die welche zum lösen hatten, schienen begeistert zu sein. Ich fand es eher verwirrend dargestellt und das eigentliche "Highlight", der originale Atomschutzbunker, ist auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Und einen wirklichen Sinn hat er auch nicht, da man nach zwei Wochen sowieso dort unten sterben würde. Außer natürlich, man schafft es in einen der Busse, welche natürlich nicht von der Atombombe beschädigt wurden (ja nee, is klar). Kostet jedenfalls 4 Euro und ist somit etwas, das man sich mal ansehen kann (es gibt mit Sicherheit auch viele positive Meinungen über die Ausstellung...).

So, das war's aber nun wirklich mit meinen Tipps für Berlintouristen. Den Rest müsst ihr selbst entdecken (wenn ich das schaffe, schafft das jeder).
Und bitte vergesst nicht, ab dem 08.11.05 um 20:15 die Gilmore Girls zu gucken!
posted by Limpi @ 4.10.05 with 3 comments

Rückkehr aus der Hauptstadt

Eine mehr oder weniger aufregende Woche Berlin liegt hinter meinem Deutschkurs und mir. Es war zwar ein wenig besser als erwartet, aber nicht so schön, wie es hätte sein müssen. Aber egal. Ich hab ein paar Tipps für euch.

Solltet ihr auch mit dem Gedanken spielen, mal mach Berlin zu reisen, solltet ihr besser darauf verzichten im Sunflower Hostel zu hausen. Außer ihr seid schlauer als wir und bezahlt ein paar Euro mehr um ein Apartment anzumieten. Dort kann man ja hoffentlich auch kochen, sodass man nicht auf das Frühtsück angewiesen ist...

Sehr zu empfehlen sind hingegen das Kunsthaus Tacheles, in welchem einzigartige Kunst zu (relativ) fairen Preisen angeboten wird, und ein Abend im Mudd-Club mit den Surfpoeten, wobei es sich um Lesungen einiger sehr begabter Schreiberlinge handelt. Der Eintritt beträgt gerade mal drei Euro, welche auch noch wirklich gut angelegt sind.

Außerdem ist das Technikmuseum einen Besuch wert, man sollte nur sehr, sehr viel Zeit mitbringen, da es unglaublich viel zu entdecken gibt (für gerade mal 1,50!!). Es handelt sich wirklich nicht nur um ein Museum für Technikbegeisterte, auch ich als Laie war fasziniert. Es gibt eben nur ungeheuer viel zu sehen, was einen auch sehr schnell erschlagen kann (ich hab z.B. darauf verzichtet, die Flugzeuge zu bestaunen).

Was man sich jedoch sparen kann ist der Besuch einer offenen Probe des Stücks "Krieg im Sertao" (-> Pornotheater!?). Für 8 Euro bot man uns nicht mal eine Stunde Theater. Begründet wurde das ganze damit, dass sie einfach nicht fertig geworden seien. Natürlich erwartet man bei einer öffentlichen Probe nicht die selbe Qualität wie bei einem fertigen Stück, allerdings erwarte ich schon eine gewisse Leistung für mein Geld. Schön war, dass das Publikum herzlich mit einbezogen wurde und dass ich nicht weit weg von Ludwig Hollburg (spielt Dr. Wolfert in Schloss Einstein) saß, aber natürlich zu schissig war, ihn anzusprechen...

Obwohl ich noch viel mehr Tipps hätte, bin ich der Meinung es reicht (für heute) und teile euch nur noch mit, dass ihr jeden Tag zu Dunkin' Donuts gehen müsst und euch mal im eayzlog umsehen solltet, da mein z.Z. abwesender Freund einen Gastblogger auserwählt hat, bei dem es sich um niemand geringeren als Eugene Rogers handelt. Also, kickt euch dat ma an, wa!?
posted by Limpi @ 2.10.05 with 7 comments